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Alltägliches Leben: Autofahren

Führerschein anerkennen, Auto kaufen und anmelden, richtige Versicherung wählen und deutsche Verkehrsregeln kennenlernen.


Mohammad Kanadil - Aktualisiert 29. September 2026 | 14:29

6 Minuten
Eine Reihe an parkenden Autos

Deutschland hat eine ausgeprägte Autokultur und ein gut ausgebautes Straßennetz. Gerade außerhalb der Städte, wo der öffentliche Nahverkehr oft weniger dicht ist, greifen die meisten Menschen auf das Auto zurück. Besonders für ausländische Fachkräfte, die auf dem Land leben, kann ein eigenes Fahrzeug daher schnell zur praktischen Notwendigkeit werden.

Führerschein und Fahrerlaubnis

Wer aus einem EU- oder EWR-Land (Land, das dem Europäischen Wirtschaftsraum angehört) kommt, darf seinen heimischen Führerschein in Deutschland unbegrenzt nutzen. Personen aus Nicht-EU-Ländern dürfen ihren ausländischen Führerschein meist nur für sechs Monate nach der Anmeldung des Wohnsitzes in Deutschland verwenden. Danach ist ein deutscher Führerschein erforderlich, für den in der Regel neue Prüfungen abgelegt werden müssen. Die praktische Prüfung gilt in Deutschland als anspruchsvoll, weshalb es keine Seltenheit ist, sie nicht beim ersten Versuch zu bestehen. Je nach Herkunftsland können die Prüfungen jedoch teilweise oder vollständig erlassen werden. Die Umschreibung muss beim Straßenverkehrsamt der jeweiligen Stadt beantragt werden. Die Bearbeitungszeit kann je nach Behörde mehrere Wochen betragen, weshalb man dies möglichst frühzeitig erledigen sollte.

Ein Auto kaufen oder mieten

Wer ein Auto kaufen möchte, hat die Wahl zwischen Neuwagen beim Händler oder Gebrauchtwagen, entweder beim Händler oder privat. Beim Kauf sollte man auf den HU-Sticker (Hauptuntersuchung) achten, dieser zeigt, wann das Fahrzeug zuletzt geprüft wurde. Die Hauptuntersuchung ist in Deutschland alle zwei Jahre gesetzlich vorgeschrieben und kann bei zugelassenen Prüforganisationen wie TÜV oder DEKRA durchgeführt werden. Da bei der Hauptuntersuchung festgestellte Mängel verpflichtend behoben werden müssen, empfiehlt es sich, beim Fahrzeugkauf auf das Datum der letzten Hauptuntersuchung zu achten. Beim Kauf eines Fahrzeugs, das die Hauptuntersuchung kürzlich erfolgreich bestanden hat, können kurzfristige Reparaturkosten vermieden werden. Für viele ausländische Fachkräfte ist dieses System neu, weshalb es sich lohnt, sich vor dem Kauf damit vertraut zu machen. Auf folgenden Plattformen können Fahrzeuge gekauft werden:

Alternativ gibt es Kurz- und Langzeitmietangebote bei großen Anbietern:

Außerdem gibt es in vielen Städten regionale Car-Sharing-Services.

Zulassung und Versicherung

Wer in Deutschland ein Auto besitzt, muss es beim zuständigen Straßenverkehrsamt anmelden und erhält dabei ein gültiges Kennzeichen. Dafür werden in der Regel Personalausweis oder Reisepass, Fahrzeugbrief und Fahrzeugschein sowie ein Nachweis über eine Kfz-Versicherung benötigt. Eine Kfz-Haftpflichtversicherung ist gesetzlich vorgeschrieben und deckt Schäden ab, die man anderen zufügt. Darüber hinaus gibt es Teilkasko- und Vollkaskoversicherungen, die bei einem Unfall auch Schäden am eigenen Fahrzeug abdecken.

Zusätzlich zur Versicherung fällt für jedes zugelassene Fahrzeug eine jährliche Kfz-Steuer an. Diese liegt bei einem durchschnittlichen Fahrzeug derzeit bei etwa 100 Euro im Jahr, kann je nach Fahrzeugtyp und CO₂-Ausstoß jedoch deutlich variieren.

Verkehrsregeln und Besonderheiten

In Deutschland gilt Rechtsverkehr. Innerorts beträgt die Höchstgeschwindigkeit 50  km/h, außerorts 100  km/h. Auf Autobahnen gilt zwar keine generelle Geschwindigkeitsbegrenzung, jedoch wird eine Richtgeschwindigkeit von 130  km/h empfohlen. Wer Auto fährt, darf maximal 0,5 Promille Alkohol im Blut haben. Wer diesen Wert überschreitet, muss mit hohen Strafen rechnen. Auch die Nutzung des Handys am Steuer ist verboten und wird mit einem Bußgeld sowie einer Eintragung im Fahreignungsregister bestraft.

Darüber hinaus ist jedes Fahrzeug in Deutschland gesetzlich verpflichtet, einen Verbandskasten und eine Warnweste mitzuführen. Weitere Informationen zu den gesetzlichen Ausrüstungspflichten sind beim ADAC (Allgemeiner Deutscher Automobil-Club) oder auf der Website des Kraftfahrtbundesamtes zu finden.

Wichtig ist außerdem die Winterreifenpflicht: Bei winterlichen Straßenverhältnissen wie Schnee, Eis oder Frost müssen Fahrzeuge mit entsprechenden Reifen ausgestattet sein. Zudem gibt es in vielen Innenstädten Umweltzonen, in die nur Fahrzeuge mit einer grünen Umweltplakette einfahren dürfen.

Tanken und Kosten

Kraftstoff ist an zahlreichen Tankstellen erhältlich. Preise variieren je nach Region und Tageszeit, abends sind die Preise an vielen Tankstellen tendenziell günstiger. Neben Benzin und Diesel wächst auch das Netz an Elektroladesäulen stetig, sodass Elektrofahrzeuge in Deutschland immer alltagstauglicher werden. Ladestationen finden sich inzwischen an vielen öffentlichen Orten wie Parkplätzen, Einkaufszentren oder Raststätten.

Parken

In Städten kann das Parken herausfordernd und teuer sein. Viele Bereiche sind kostenpflichtig oder nur für Anwohner mit einem entsprechenden Parkausweis zugänglich. In Kurzparkzonen ist häufig eine Parkscheibe erforderlich, die die Ankunftszeit anzeigt und in den meisten Fahrzeugzubehörgeschäften erhältlich ist. Parkhäuser und Tiefgaragen bieten sichere Alternativen, häufig mit stündlicher oder täglicher Abrechnung. Parken ohne Parkschein und Falschparken kann mit Bußgeldern oder dem Abschleppen des Fahrzeugs geahndet werden.

Nützliche Apps

Für den Alltag auf deutschen Straßen gibt es einige hilfreiche Apps. Google Maps bietet zuverlässige Navigation mit Echtzeit-Verkehrsinformationen. Darüber hinaus gibt es Apps, mit denen sich Kraftstoffpreise an nahegelegenen Tankstellen vergleichen lassen, sowie Apps, die beim Parken in der Stadt helfen, etwa indem sie freie Parkplätze anzeigen oder eine direkte Bezahlfunktion bieten.

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