Kostenplanung: Sperrkonto in Deutschland
Ein praktischer Leitfaden zum Sperrkonto in Deutschland – von der Höhe des Sperrbetrags und der Eröffnung im Heimatland bis zu Auszahlung, Nutzung und Anbietern für Neuankömmlinge.
Monaf Aborayed - Aktualisiert 27. August 2026 | 06:44
Für ausländische Gesundheitsfachkräfte, die nach Deutschland kommen, ist ein Sperrkonto in vielen Fällen erforderlich, um den eigenen Lebensunterhalt nachzuweisen. Es dient den deutschen Behörden als Finanzierungsnachweis, insbesondere wenn noch kein Arbeitsvertrag vorliegt – etwa bei Sprachkursen, Anerkennungsverfahren oder Qualifizierungsmaßnahmen.
Es handelt sich dabei um ein spezielles Bankkonto, auf das vor der Einreise ein festgelegter Betrag eingezahlt wird. Das Guthaben ist zunächst gesperrt und wird nach der Einreise und Aktivierung monatlich in festen Beträgen freigegeben, um die laufenden Lebenshaltungskosten zu decken.
Höhe des Sperrbetrags
Der erforderliche Betrag liegt aktuell bei etwa 1.091 Euro pro Monat, dies dient als grober Richtwert (Stand 2025). Für einen Aufenthalt von zwölf Monaten müssten demnach rund 13.092 Euro auf dem Sperrkonto hinterlegt werden. Die genaue Höhe des erforderlichen Betrags kann jedoch je nach Visumstyp variieren. Daher wird dringend empfohlen, sich vor der Antragstellung genau zu informieren, welcher Betrag für das jeweilige Visum erforderlich ist.
Eröffnung eines Sperrkontos
Die Eröffnung des Kontos erfolgt in der Regel bereits im Heimatland und kann oft vollständig online erledigt werden. Dafür werden folgende Unterlagen benötigt:
- Gültiger Reisepass
- Aktuelles Passfoto
- Nachweis des Visumzwecks (z.B. Sprachkurs, Anerkennung, Ausbildung)
Je nach Bank und Herkunftsland kann zusätzlich ein Nachweis über die Herkunft der finanziellen Mittel erforderlich sein.
Auszahlung nach der Einreise
Nach der Einreise nach Deutschland muss die Bank über die Ankunft informiert und das erteilte Visum vorgelegt werden. Da die Aktivierung des Sperrkontos einige Zeit in Anspruch nehmen kann, sollte zeitnah ein deutsches Girokonto eröffnet werden, um in der Zwischenzeit zahlungsfähig zu bleiben. Anschließend wird das Sperrkonto aktiviert. Nach der Aktivierung wird monatlich ein fester Betrag freigegeben und auf ein deutsches Girokonto überwiesen oder direkt ausgezahlt. Das restliche Guthaben bleibt weiterhin gesperrt, bis die nächste monatliche Auszahlung erfolgt.
Wenn sich der Aufenthaltsstatus ändert oder eine reguläre Arbeit in Deutschland aufgenommen wird, kann das Sperrkonto unter Umständen entfallen. In diesem Fall wird das verbleibende Guthaben in der Regel ausgezahlt, meist nach Abstimmung mit der zuständigen Behörde.
Anbieter von Sperrkonten
Sperrkonten werden von spezialisierten Banken und Finanzdienstleistern angeboten. Bekannte Anbieter sind:
- Expatrio
- Fintiba
- Deutsche Bank (in bestimmten Fällen)
- Sparkasse (in bestimmten Fällen)
- Coracle
Leistungen, Gebühren und Auszahlungsbedingungen können je nach Anbieter variieren, daher lohnt sich vorab ein Vergleich der jeweiligen Konditionen. Dabei sollte auch geprüft werden, ob der jeweilige Anbieter die eigene Nationalität akzeptiert, da nicht alle Banken jedes Herkunftsland unterstützen.
Wichtiger Hinweis
Das Sperrkonto dient ausschließlich der Sicherung des Lebensunterhalts und ersetzt kein reguläres Bankkonto. Für den täglichen Zahlungsverkehr muss daher noch ein normales Bankkonto eröffnet werden. Für die Kontoeröffnung sowie die monatliche Kontoführung können Gebühren anfallen, die bei der Planung berücksichtigt werden sollten.
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